Zwei Wochen voller Emotionen - am Ende die Überraschung

von Luisa Staudt

Die vergangenen zwei Wochen verliefen für die Kobras alles andere als einfach. Nach der Auswärtsniederlage bei der Hbi Weilimdorf/Feuerbach und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 11 folgte nur einen Tag später der nächste Schock: Trainer Dieter Szabo legte überraschend und mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder.

Nach einer Woche voller Unsicherheit und vieler Gespräche stand jedoch fest: Eine weiterhin geschlossene Mannschaft will und wird kämpfen. Dankenswerterweise übernahm Trainer Stefan Schuster in der folgenden Woche die Trainingsleitung und erklärte sich zudem bereit, das Team auch im anschließenden Spiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer der SG Degmarn-Oedheim zu coachen. Seine gezeigten Emotionen beim Handball übertrugen sich in dieser Zeit schnell auf die Mannschaft und da auch die favorisierten Gäste mit zahlreichen Fans zum Derby anreisten, herrschte von Beginn an eine tolle Stimmung in der gut gefüllten Römerhalle.

Die Kobras legten sofort los, kämpften um jeden Ball und standen in der Abwehr als geschlossene Einheit. So musste auch der sonst häufig über schnelle Tore agierende Tabellenführer lange für seine Chancen arbeiten. Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe und voller Spannung. Im Angriff spielten die Kobras ihre Angriffe geduldig aus und durch einige gelungene Balleroberungen in der Abwehr konnte bis zur 17. Minute ein Drei-Tore-Vorsprung zum 9:6 herausgespielt werden. Bis zur Halbzeit behielten die Kobras zunächst knapp die Nase vorn, mussten jedoch mit dem Pausenpfiff durch einen direkten Freiwurf den unglücklichen Ausgleich zum 16:16 hinnehmen.

Nach dieser starken ersten Halbzeit war allen klar: Auch als Underdog war in diesem Derby etwas möglich. Gleichzeitig war ebenso klar, dass es eine zweite Hälfte mit mindestens der gleichen Leistung brauchen würde, um hier Punkte mitzunehmen.

Die Gäste erwischten den etwas besseren Start in die zweite Halbzeit und hatten nun ihrerseits in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff leicht die Nase vorne. Doch die Kobras hielten dagegen. Angetrieben durch gegenseitige Motivation sowie die enorme Unterstützung von Bank und Tribüne gelang in der 43. Minute der erneute Ausgleich. Kurz darauf übernahmen die Heilbronnerinnen erstmals wieder die Führung und gaben sie anschließend nicht mehr her. Trotz der hohen Spielzeiten aufgrund des kleinen Kaders überzeugten die Kobras über die gesamten 60 Minuten mit Abschlussstärke und großer Ballsicherheit. Die in den vergangenen Wochen häufigen Ballverluste und Fehlwürfe waren an diesem Tag kaum zu sehen. Auch eine Abwehrumstellung der Gäste konnte die Kobras nicht mehr bremsen. Stattdessen baute die Mannschaft ihren Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf sechs Tore aus.

Und am Ende dieses Samstagabends waren sie da wieder– die Emotionen. Doch diesmal waren es positive. Dank einer mega Mannschaftsleistung sichert sich die HSG einen sicherlich für viele überraschenden 34:30-Heimsieg gegen den Tabellenführer und damit zwei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf.

An dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an Stefan für die spontane Unterstützung und den erfolgreichen Einsatz.

Diese Stimmung und Leistung gilt es nun mitzunehmen in das nächste Spiel am Samstag den 21. März gegen die Rhein-Neckar-Löwen.

Für HSG Heilbronn spielten:

Spieler (Tore/7m): Carolin Bozic (3/0), Jasmin Garmatter, Madita Jochim, Michelle Gallois, Melina Eschle (6/0), Lara Gläß (3/0), Karlina Klink, Saskia Haiber (4/0), Luisa Staudt (8/0), Lea Ohr (1/0), Franziska Kiebel (9/7)

Gelbe Karten: Jasmin Garmatter

Zeitstrafen: Luisa Staudt, Franziska Kiebel

Trainer / Betreuer: Jannika Giese, Nicole Buortesch

Für SG Degmarn-Oedheim spielten:

Spieler (Tore/7m): Leni Volz, Fiona Ivic (7/4), Marie-Louise Betz (2/0), Lea Schmierer (4/1), Kim Döhler (3/0), Lena Halupka (4/0), Tabea Karle, Nina Wieland (4/0), Lea Stammer, Lara Krieger (2/0), Jolie Kappes, Lisa Hanak (2/0), Luisa Deutschle (2/0), Maria Odenwald

Zeitstrafen: Kim Döhler, Luisa Deutschle

Trainer / Betreuer: N.N. N.N., Michelle Jesser

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